Foto: fentjer
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Feuereifer - 26.09.2026

Christoph Schütz@pixabay

„Opa, wann können wir Feuer machen?“ ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der Fragen, die mein Enkel stellen wird, wenn er einmal zu Besuch da ist. (Sie können sich gar nicht vorstellen, welche Fragen er auch noch hat.)

Natürlich machen wir dann ein kleines Feuer in einer Feuerschale. Seine Mutter und seine Oma haben uns beide fest im Blick, damit in unserem Feuereifer keiner Schaden nimmt.

Wann haben Sie das letzte Mal ein Feuer entzündet?

Ich schreibe diese Zeilen auf der jährlichen Konventsfahrt unseres Kirchenkreises Rhauderfehn. Als wir hier angekommen sind, war das die erste Aufgabe: Sammelt Brennmaterial, schichtet es auf, und dann bekommt ihr 3 Streichhölzer, um das Feuer anzuzünden.

Da hätten Sie dabei sein mögen! Alle laufen kreuz und quer durch die Gegend, um das Feuer vorzubereiten.

Und dann der große Augenblick. Alle gehen zu den einzelnen Feuerstellen. Drei Streichhölzer stehen zur Verfügung. Und alle sehen zu, was passiert. Ernüchterung bei den einen: das Feuer will nicht brennen; Freude bei den anderen: aus der kleinen Flamme wird schnell ein Feuer und alle applaudieren.

Feuer ist ein Bild für unser Leben und unseren Glauben.

Wir erleben, dass wir ausbrennen können. Das Bild vom Feuer beschreibt das: wir stehen auf verbrannter Erde. So können wir nicht leben. Bis auf verbrannter Erde Neues wachsen kann, braucht es seine Zeit und viel Arbeit. Wer psychisch erkrankt ist, hat einen langen Weg vor sich.

Ich habe Menschen vor Augen, in denen nach Krankheitszeit eine neue Flamme leuchtet. Noch ist es ein kleines Feuer. Aufmerksamkeit ist vonnöten. Doch der Anfang ist gemacht, Hoffnung ist berechtigt.

An Pfingsten erleben am Boden liegende Jünger Jesu das Feuer Gottes. Sie werden begeistert. Lukas beschreibt, dass der Heilige Geist wie Feuer aussieht, dass die Jünger ergreift und sie aufstehen und losgehen lässt. Das Feuer Gottes, der Heilige Geist, breitet sich aus und Menschen kommen zum Glauben an Gott, lernen miteinander, füreinander und für Gott zu leben.

Und heute? Ich bin kein Prophet. Ich kann  nicht sagen, was uns in Gesellschaft und Kirche erwartet. Einstimmen werde ich aber nicht in das Lied: Früher war alles besser und heute ist alles schlechter. Ich bete stattdessen: Gott entzünde dein Feuer. Lass deinen Heiligen Geist wirken in dieser Welt, in deiner Kirche, in meinem Leben.

Und ich frage Gott ganz kindlich: Gott, kannst du Feuer machen? Amen.

Mit lieben Grüßen,

von Gott geliebt,

Frerich Dreesch-Rosendahl, Pastor

in der ev.-luth. Dreieingkeits Kirchengemeinde Rhauderfehn.