Foto: fentjer
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Wenn das Leben die Jacke wechselt – 19.09.2026

Jetzt ist sie wieder da: die Zeit der Übergangsjacke. Morgens schaut man aus der Tür und fragt sich: Was ziehe ich an? Wie warm wird es heute? Scheint die Sonne oder regnet es? Für genau diese Tage ist die Übergangsjacke gemacht. Sie hilft uns, gut gerüstet zu sein, wenn der Sommer langsam weicht und der Herbst sich ankündigt.

Auch unser Leben kennt viele Übergänge. Kinder wechseln vom Kindergarten in die Schule oder von der Grundschule auf eine weiterführende Schule. Als Erwachsene wechseln wir vielleicht die Arbeitsstelle, werden Eltern, gehen in den Ruhestand oder erleben, dass die Kinder aus dem Haus ziehen.

Übergänge gehören zum Leben dazu. Doch sie können uns auch verunsichern. Man weiß noch nicht genau, was kommt, und muss Vertrautes zurücklassen.

Bereits in der Bibel begegnen uns solche Übergänge. Abraham verlässt seine Heimat und macht sich auf den Wegin ein neues Land. Mose führt Israel aus der Sklaverei in eine unbekannte Zukunft. Die ersten Jünger lassen ihre Netze zurück und folgen Jesus nach. Sie alle müssen einen neuen Weg einschlagen, ohne zu wissen, wohin dieser Weg sie führen wird.

Immer wieder wird dabei deutlich: Gott sieht unser Leben und lässt uns nicht alleine. Gerade an den Übergängen des Lebens möchte er uns Mut zusprechen und neue Perspektiven eröffnen.

Besonders schön bringt das ein Vers aus dem Buch Josua zum Ausdruck:

Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der HERR, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!“

(Josua 1,9)

Der christliche Glaube verspricht nicht, dass wir alle Übergänge ohne Angst und Unsicherheit meistern. Aber er sagt uns: Du musst da nicht allein durch. Gott ist mit dir, wohin du auch gehst.

Vielleicht kann man den Glauben tatsächlich mit einer Übergangsjacke vergleichen. Wir wissen nicht immer, welches Wetter uns erwartet. Aber wir sind eingeladen, die Jacke des Glaubens anzuziehen, indem wir darauf vertrauen, dass Gott uns auch durch wechselhafte Zeiten begleitet.

Der Sommer geht zu Ende. Vielleicht schenkt er uns noch den einen oder anderen schönen Tag. Genießen wir ihn. Und wenn wir morgens wieder zur Übergangsjacke greifen, erinnern wir uns: Auch für die Übergänge unseres Lebens dürfen wir uns an Gott halten.

Eine gute Zeit auf dem Weg vom Sommer in den Herbst wünscht Ihnen

Pastor Matthias Bokelmann,

Ev.-luth. Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Rhauderfehn