Foto: fentjer
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Hoffnung trotz(t) - 4.4.2026

Hoffnung trotz(t) allem. So ließe sich Ostern in diesem Jahr ganz gut beschreiben. Ostern bringt die christliche Hoffnung auf den Punkt. Liebe ist stärker als der Tod. Dabei wird nicht verharmlost, wie dunkel die Welt sein kann. Die biblische Botschaft verschließt nicht die Augen davor wie hart und ungerecht es im Leben zugehen kann. Jesus, der Sohn Gottes, stirbt einen langsamen und grausamen Tod am Kreuz. Er passte nicht ins politische System. Seine Friedensbotschaft enthielt Sprengstoff. Seine Hingabe ist beispiellos. Der Glaube an ihn ist in vielen Teilen dieser Welt lebensgefährlich. Die christliche Kirche hält heute ein wenig inne. Sie schweigt, was ihr auch einmal ganz guttut. Der sogenannte Karsamstag markiert nämlich die Zeit zwischen Kreuzigung und Auferstehung. Eine Zeit also „dazwischen“. 

Recht unspektakulär, aber für manche deshalb auch nur schwer auszuhalten. So wie manche Zwischenzeiten, an die wir uns persönlich gut erinnern. Zwischen Schwangerschaft und Geburt. Zwischen Verlieben und Enttäuscht werden. Zwischen Winter und Frühjahr. Zwischen Leben und Sterben eines geliebten Menschen. Ostern weicht dem nicht aus. Unseren Ängsten vor der Zukunft aberauch nicht. Der Tag zwischen dem Kreuz und dem leeren Grab lehrt uns das Aushalten. Gott ist noch nicht fertig mit uns. Trotz allem dürfen wirberechtigterweise hoffen. Ostern kommt und beginnt für mich morgen mit der Feier einer Taufe in der Hoffnungskirche. Jesus lebt und wir mit ihm. Wir sind seine geliebten Geschöpfe. Für uns hat Gott den Himmel weit gemacht. Das ist unsere begründete Hoffnung an Ostern und weit darüber hinaus. Bleiben Sie trotzig österlich…trotz allem.

Thomas Kersten, Superintendent Kirchenkreis Rhauderfehn