48Und er sah, dass sie sich abplagten beim Rudern, denn der Wind stand ihnen entgegen. Um die vierte Nachtwache kam er zu ihnen und ging auf dem See und wollte an ihnen vorübergehen. (Mk 6, 48)
Was ist hier die Situation? Die Jünger Jesu rudern auf dem See Genezareth gegen den Wind und Jesus kommt über das Wasser zu ihnen – um ihnen zu helfen. Und nun geht es etwas unerwartet weiter: Denn Jesus will an ihnen vorübergehen – weiter über das Wasser! Im Glauben sogar den Naturgewalten trotzen; Jesus so zu sehen und an ihn glauben, dass soll sie stärken. – Aber es läuft ganz anders, die Jünger erschrecken sich fürchterlich. – Und Jesus: Er wendet seinen Plan. Er kommt zu ihnen, beruhigt sie, macht ihnen Mut. Er ist da für sie. – Dies kann auch uns Mut machen: Jesus kommt zu uns, auch wenn wir es nicht schaffen, ihn zu erkennen, Jesus eigentlich einen anderen Plan hatte; ebenso wie es den Jüngern hier auch geht. – Eine so wichtige Größe: Jesus ist gütig und geht in Liebe auf uns zu! - Aber die Geschichte endet hier noch nicht. Nach dem Beruhigen seiner Nachfolger stillt Jesus auch den Sturm, worauf die Jünger sich erneut „entsetzen“ (V.51), wieder außer sich sind und sich fürchten. – Sollen die Jünger etwas Besonderes lernen? - Und nun kommt eine Erläuterung. Es heisst in Mk 6, 52: denn sie waren um nichts verständiger geworden angesichts der [vorher erlebten Vermehrung der] Brote, sondern ihr Herz war verhärtet. – Ein verhärtetes Herz – und die Fähigkeit Jesus mehr wahrnehmen und erleben zu können – welch ein Zusammenhang! Wer kennt Dinge, die ein Herz verhärten können nicht: Verachten, Treuebruch, Lieblosigkeit, Missgunst, Neid, Jähzorn u.a. Diese Dinge verhärten unsere Herzen, wenn wir es ausleben bzw. schädigen unsere Herzen, wenn wir dies erleben müssen. - Es kann schon so gut für das Leben eines Menschen sein, die oben genannten Dinge zu meiden, um ein weicheres Herz zu haben, allein um des besseren Lebens wegen miteinander. Aber diese Begebenheit auf dem See Genezareth, wo Jesus gar zweimal seine Jünger so fordert, liefert noch eine so wertvolle andere Perspektive, die uns einlädt, nach einem weichen Herzen zu streben: Empfindsamer und ansprechbarer für den Retter Jesus Christus zu sein, der im Hier und Jetzt handelt, hilft, rettet, redet. Das Neue Testament erzählt nicht einfach von „damals“, es erzählt die Dinge für „heute“, weil die Bibel und Jesus selbst auch heute gelten – erlebbar – relevant sind. – Jesus kommt zu uns als Retter für die Ewigkeit und als Helfer und Freund auch im Hier und Jetzt.
Möge dies Wort Sie segnen auf dem Weg zu einem frohen Osterfest, bei dem Sie Jesus erleben.
Ihr Maik Schneider
Pastor der
evanglisch freikirchlichen Gemeinde Westoverledingen