Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr fühlen sich für viele wie eine besondere Zwischenzeit an. Der Trubel der Advents- und Weihnachtszeit liegt hinter uns. Das neue Jahr hat noch nicht begonnen. Es scheint, als mache auch der Kalender eine kleine Pause. Innerlich und äußerlich entsteht Raum: Raum für Begegnungen mit Menschen, die man im Alltag zu selten sieht. Raum für Traditionen, die genau hier ihren Platz haben. Und Raum für Gedanken, die sonst im Alltag untergehen.
Diese Zwischenzeit lädt auch zum Rückblick ein. Wie war das vergangene Jahr? Welche Momente waren leicht und hell? Welche schwer und herausfordernd? Was hat mich getragen, was hat Kraft gekostet? Oft tauchen in diesen Tagen auch Erinnerungen an Menschen auf, die fehlen. Und es stellt sich die Frage: Was hat mich glücklich gemacht – und was möchte ich ins nächste Jahr mitnehmen?
Zu diesen Rückblicken gehören für mich auch prägende Erfahrungen aus der Arbeit mit jungen Menschen. Ein besonderes Highlight war die Jugendfreizeit in Kroatien: lange Abende am Meer, Gespräche mit viel Tiefe, gemeinsames Lachen und Singen, gemeinsames Schweigen. Momente, in denen Vertrauen gewachsen ist und Gemeinschaft und Gottes Gegenwart spürbar wurde. Solche Zeiten vergehen viel zu schnell – und doch bleibt etwas zurück: die Erinnerung und die Gewissheit, dass Gott mitten in diesen Augenblicken da war. Die Vorfreude auf die Freizeiten 2026 in Kroatien und Italien ist jetzt schon groß.
In der evangelischen Jugend geben wir Jugendlichen oft einen Satz Jesu mit auf den Weg: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“ (Matthäus 28,20). Diese Zusage gilt nicht nur für besondere Höhepunkte. Sie gilt im Lachen und im Zweifeln, in der Leichtigkeit und in der Erschöpfung, im Anfang und im Abschied.
Ein in unserer Region bekanntes Kinderlied von Daniel Kallauch bringt diese Verheißung auf den Punkt: „Vom Anfang bis zum Ende hält Gott seine Hände über mir und über dir.“ Diese einfachen und doch tiefen Worte erinnern daran, dass wir niemals allein sind. Immer und überall, unabhängig von Zeit und Umständen, ist Gott da.
Gerade jetzt, zwischen Rückblick und Ausblick, dürfen wir innehalten, danken, loslassen und hoffen. Denn was auch kommt: Gottes Hände bleiben über uns. In dieser Zwischenzeit – und darüber hinaus.
Manfred Dieken, Kreisjugenddiakon