Foto: fentjer
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„Goede Vrijdag“ – der gute Freitag – Andacht zum Karfreitag 3.4.26

@Sven Schulze/ Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Ich erinnere mich, dass es in meiner Kindheit und Jugend an Karfreitag Fisch zum Essen gab. Heute weiß ich, dass Fisch als Fastenspeise gilt.

Der Fernseher blieb an diesem Tag aus. Der Tag wurde still begangen. Der Besuch bei Freunden war nicht erlaubt.

Auf das Fischessen habe ich mir als mit der Bibel vertrauter Jugendlicher meinen eigenen Reim gemacht. Ich fand meine Idee so originell, dass ich sie nie wieder vergessen habe.

Als man von Jesus ein besonderes Zeichen für seine Vollmacht forderte, sagte er: Wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein (Matthäus 12,40).

Und ich habe gedacht: Wer an Karfreitag Fisch isst, erinnert sich damit an diese Worte. Jesus bleibt nicht im Tod. Gott erweckt ihn zum neuen Leben.

In einem Kreis, in dem wir über Bibeltexte sprechen, sagten niederländische Teilnehmende. Bei uns heißt der Karfreitag „Goede Vrijdag“ – der gute Freitag.

Paulus bindet Kreuzigung und Auferstehung Jesu zusammen: Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift (1. Korinther 15,3-4).

Jesus ist für unsere Sünden gestorben. Hier passiert, was Gott will. Diese Aussage löst unterschiedliche Reaktionen aus. Das war damals nicht anders als heute. Schon Paulus hat das feststellen können. Die einen halten die Kreuzigung Jesu für baren Unsinn (Lutherbibel: Torheit, 1. Korinther 1,18) und die anderen erfahren hier Gottes Kraft.

Gott liebt die Welt so sehr, dass er seinen Sohn für sie gibt. Darüber kann man den Kopf schütteln oder aus dem Staunen über Gottes Liebe nicht herauskommen.

Der Schlüssel ist: Gott ist für uns. Im Kreuz richtet er die Sünde und rettet den Sünder.

Mein Gebet: Gott öffne unser Herz für deine Liebe, dass wir annehmen, was du uns schenkt.

Wie den Karfreitag gestalten?

Die Evangelien überliefern die letzten Worte Jesu Nimm dir Zeit – und sinne über diese Worte Jesu nach.

Und/oder gehe in Gemeinschaft einen Kreuzweg, (z.B. in Westrhauderfehn, Start 14 Uhr an der Hoffnungskirche). Sich miteinander auf den Weg machen, um zu bedenken, was Jesu Tod mit unserm Leben zu tun hat.

  1. Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

  2. Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

  3. Frau, siehe, dein Sohn! / Siehe, deine Mutter!

  4. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

  5. Mich dürstet.

  6. Es ist vollbracht.

  7. Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.

 Ich wünsche einen guten Freitag.

Pastor Frerich Dreesch-Rosendahl,

Ev.-luth. Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Rhauderfehn.