In dieser Woche fanden die Elternabende für die beiden Sommerfreizeiten des Kirchenkreisjugenddienstes Rhauderfehn statt. In diesem Jahr führen die Reisen nach Kroatien und Italien. Die Vorfreude auf den Sommer ist bei den Mitarbeitenden und vielen Jugendlichen bereits deutlich spürbar.
Beide Freizeiten stehen in diesem Jahr unter einem gemeinsamen Motto: „Be the light“ – Sei das Licht.
Für mich als Kirchenkreisjugendwart gehören die Elternabende zu den Höhepunkten meines Arbeitsalltags. Sie sind mehr als reine Informationsveranstaltungen. Sie bieten die Gelegenheit, Eltern persönlich kennenzulernen und für ihr Vertrauen zu danken.
Besonders freue ich mich jedes Jahr auf die Vorstellung der Mitarbeitenden. Die Ehrenamtlichen prägen die Gegenwart der Evangelischen Jugend in unserem Kirchenkreis. Sie sind die Gesichter, durch die viele Kinder und Jugendliche Kirche erleben. Manche engagieren sich erst seit kurzer Zeit, andere bereits seit vielen Jahren. Gemeinsam übernehmen sie Verantwortung, investieren Zeit und gestalten Räume, in denen Gemeinschaft, Glaube und persönliche Entwicklung ermöglicht werden. Durch ihr Engagement sind sie Lichter.
Natürlich werden bei einem Elternabend organisatorische Fragen geklärt: Abfahrtszeiten, Versicherungen, Verhaltensregeln und Programmabläufe. Doch ebenso wichtig ist die Frage, welche Botschaft eine Freizeit prägen soll.
Hier setzt das diesjährige Motto an: „Be the light.“
Es greift die Worte Jesu aus der Bergpredigt auf: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Matthäus 5,14).
Mich beeindruckt die Form dieser Aussage. Jesus formuliert keine Aufforderung. Er sagt nicht: „Werdet Licht.“ Vielmehr spricht er eine Zusage aus, die für die Sommerfreizeiten und grundsätzlich gilt. Er beschreibt eine Wirklichkeit, die bereits besteht: „Ihr seid das Licht der Welt.“
Christliches Handeln beginnt nicht mit einer Forderung, sondern durch die Beziehung zu Jesus mit einer Zusage. Aus dieser Zusage erwachsen Verantwortung und Motivation – auch für die Arbeit in der Evangelischen Jugend.
Gerade Jugendliche erleben häufig, dass der Blick zuerst auf Defizite fällt: auf das, was nicht gelingt, auf Unsicherheiten oder Fehler. Jesus setzt einen anderen Akzent. Er erinnert daran, dass Menschen etwas Wertvolles in sich tragen. Er sieht Möglichkeiten. Er erkennt Potenziale. Er traut Menschen zu, Hoffnungsträger für andere zu sein.
Be the light. Licht entsteht nicht nur auf Freizeiten. Oft zeigt es sich in kleinen und unscheinbaren Momenten: im geduldigen Zuhören, in einer ermutigenden Begegnung oder in einem Wort, das zur rechten Zeit gesprochen wird.
„Ihr seid das Licht der Welt“, sagt Jesus – nicht als Überforderung, sondern als Zuspruch.
Be the light.
Manfred Dieken, Kreisjugendwart