Foto: fentjer
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Unterwegs mit schwerem Gepäck - 18.07. 26

jacqueline Macou @ pixabay

Waren Sie schon einmal so richtig wandern gewesen mit einem vollgepackten Rucksack, der alles für einen oder mehrere Tage und eine längere Strecke enthielt? Dann kennen Sie bestimmt das Gefühl, wie es ist, wenn die Last zu drücken beginnt. Anfangs geht es noch – man gewöhnt sich an das Gewicht. Doch mit der Zeit drücken die Riemen, der Rücken schmerzt, und jeder Schritt wird mühsamer. Und doch behalten wir alles drin. Entlasten uns nicht, indem wir vielleicht das eine oder andere verteilen und unterwegs zurücklassen. 

Liebe Leserin und lieber Leser, so verhält es sich auch mit den täglichen Sorgen, die wir uns machen oder die uns bedrücken. Die unausgesprochenen Ängste, die offenen Fragen, das, was wir nicht kontrollieren können, es wird je länger wir unterwegs immer schwerer. Es drückt, erschwert jeden weiteren Schritt. 

Und da hören wir für dieses Wochenende eine großartige biblische Empfehlung. Sie klingt fast zu einfach: „Werft eure Sorgen auf Gott.“ Wirklich? Einfach abgeben, was uns belastet? Wer das schon einmal versucht hat, weiß: So leicht ist das nicht. Sorgen kann man nicht einfach irgendwo stehen lassen oder wie einen alten Mantel an der Garderobe aufhängen. Sie kommen zurück, klopfen wieder an, manchmal mitten in der Nacht.

Und doch steckt in diesen biblischen Worten eine Einladung, die Sie tragen kann. Gott verlangt nicht, dass wir stark sind. Er erwartet nicht, dass wir alles im Griff haben. Im Gegenteil: Er traut uns zu, dass wir loslassen können – wenigstens ein Stück weit. Dass wir ihm zutrauen, sich zu kümmern.

Vielleicht beginnt es ganz klein: ein kurzer Gedanke, ein leises Gebet, ein bewusstes Ausatmen. „Gott, ich schaffe das gerade nicht allein.“ Mehr braucht es oft nicht. Sorgen verschwinden dadurch nicht sofort. Aber sie verändern ihr Gewicht. Weil wir sie nicht mehr allein tragen müssen.

In einer Welt, die uns ständig sagt, wir müssten alles selbst regeln, wirkt dieser Vers fast wie ein Gegenentwurf: Du musst nicht alles schaffen. Du darfst abgeben. Du bist nicht allein.

Und vielleicht ist genau das der erste Schritt zu mehr Leichtigkeit – nicht, weil das Leben einfacher wird, sondern weil wir lernen, es gemeinsam mit Gott zu tragen.

Vielleicht geben Sie der biblischen Empfehlung eine Chance: „Alle eure Sorgen werft auf Gott, denn er sorgt für euch!“ (1. Petr 5,7)

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche, 

Ihr Dr. Klaus Bajohr-Mau,

Pastor für Altenseelsorge im Kirchenkreis Rhauderfehn