Wie sehr ich diese Zeit liebe: Spätsommer, Frühherbst. Nachts und morgens angenehm frische und erfrischende Luft. Die Sonne wärmt, aber es ist nicht mehr so heiß, wunderbar!
Heiß her geht es in dieser Zeit, was die anstehenden Wahlen angeht.
Täglich liegt Wahlwerbung im Postkasten, auf dem Wochenmarkt stehen neben den vertrauten Buden die Stände der Parteien, die um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler werben.
So ist Demokratie und das ist gut so.
Gut, dass auch die „Omas gegen rechts“ und die Bündnisse „WOL für Demokratie“ und „Emsland zeigt Gesicht“ auf dem Markt vertreten sind. Sie zeigen: Wir stehen ein für unsere Demokratie, um die wir uns aber auch große Sorgen machen.
Viele Bereiche unserer Gesellschaft zeigen Gesicht: So etwa Sportvereine, auf deren Plätzen Banner hängen mit Worten wie „Kein Platz für Rassismus.“
Auch Kirchengemeinden zeigen Gesicht: Einige haben z.B. vor der anstehenden Kommunalwahl Banner mit den drei Worten aufgehängt: „Menschenwürde, Nächstenliebe, Zusammenhalt“. Sie wollen dazu anregen, zur Wahl zu gehen und das Kreuz da zu machen, wo diese drei Begriffe keine Fremdworte sind. So kann jede und jeder Demokratie stärken und mitgestalten.
Andere Gemeinden unterstützen die Aktion „Unser Kreuz hat keine Haken!“ Diese Worte weisen auf das Kreuz, auf das es ankommt: Das Kreuz, an dem Jesus Christus starb. Durch seine Auferstehung ist das Kreuz zu einem Zeichen der Liebe, des Trostes, der Hoffnung geworden.
Diese Hoffnung macht gerade jetzt vielen Mut, sich zu engagieren für: Demokratie in Freiheit, für Menschenrechte, für das Grundgesetz, für eine Gesellschaft, die mindestens so bunt ist wie ein Regenbogen, für Bewahrung der Schöpfung, für „Menschenwürde, Nächstenliebe, Zusammenhalt“.
Wann immer es uns im alltäglichen Miteinander gelingt, etwas davon umzusetzen, ist es ein Segen. Überall dort spüren wir etwas von Gottes Liebe, die uns schon längst erwählt hat. Überall dort können wir frei atmen wie an einem erfrischenden Spätsommermorgen.
Pastor Heino Dirks aus Völlen