Foto: fentjer
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Ein Spiel, ein Tisch, Gemeinschaft - 3.10.2026

Bild von Simone Nandico auf Pixabay

Ich spiele gerne Gesellschaftsspiele. Eigentlich schon immer. Und mein aktueller Favorit heißt „Flip 7“. Ein Spiel, bei dem man eigentlich nur eine einfache Frage beantworten muss: Ziehe ich noch eine Karte – oder höre ich lieber auf? Manchmal geht alles gut, manchmal ist eine Runde schneller vorbei als gedacht. Und manchmal sitzt man am Tisch und fragt sich, warum man eigentlich schon wieder eine Karte gezogen hat.

Was ich an Gesellschaftsspielen aber fast noch mehr mag als das Spiel selbst, ist das, was dabei ganz nebenbei passiert: Menschen sitzen an einem Tisch. Man kommt miteinander ins Gespräch, lacht, ärgert sich, freut sich und verbringt einfach Zeit miteinander. Dafür braucht es keine besonderen Vorkenntnisse und kein großes Programm. Ein Spiel kann eine ganz einfache Möglichkeit sein, miteinander in Kontakt zu kommen.

Gerade deshalb finde ich Gesellschaftsspiele auch für die kirchliche Arbeit so wertvoll. Sie sind ein niedrigschwelliges Angebot. Man muss nicht besonders fromm sein, keinen Bibelvers auswendig kennen und auch nicht wissen, was einen in einer Jugendgruppe erwartet. Man kann einfach kommen und mitspielen.

In der Bibel heißt es im Predigerbuch: „So ist’s ja besser zu zweien als allein … Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf.“ (Prediger 4,9-10)

Eigentlich geht es in diesem Text gar nicht um Gesellschaftsspiele. Und doch beschreibt er etwas, das auch beim gemeinsamen Spielen sichtbar wird: Wir Menschen sind nicht dafür gemacht, alles allein zu tun. Wir brauchen andere. Menschen, mit denen wir Freude teilen können, aber auch Menschen, die uns auffangen, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben.

Vielleicht ist genau das eine der großen Stärken von Gesellschaftsspielen. Sie schaffen einen Raum, in dem Gemeinschaft ganz selbstverständlich entstehen kann. Am Spieltisch sind wir nicht zuerst Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Mitarbeitende oder Fremde. Wir sind einfach Menschen, die gemeinsam etwas tun.

Und vielleicht kann das auch eine Aufgabe von Kirche sein: Räume zu schaffen, in denen Menschen unkompliziert zusammenkommen können. Manchmal beginnt Gemeinschaft nicht mit einem großen Gespräch über Gott. Manchmal beginnt sie mit einer gezogenen Karte, einem Würfelwurf oder der Frage: „Willst du noch eine Runde?“

Denn wo Menschen miteinander Zeit verbringen, kann etwas wachsen, das man nicht planen kann: Gemeinschaft. Und vielleicht ist genau dort Gott schon mitten unter uns.


Jugenddiakon im Kirchenkreis Rhauderfehn
Niklas Sonnenberg