Kirchenkreissynode am 23.11.23 in Filsum

Nachricht 30. November 2023

Als Evangelische Kirche relevant sein und zukunftsfest werden

Synodale lassen sich vom Superintendenten berichten

Filsum. Annähernd 50 Synodale trafen sich am 23. November zur 12. Kirchenkreissynode im Rathaus Filsum. Das Kirchenparlament unter Leitung ihrer Vorsitzenden Petra Prins ließ sich über den aktuellen Stand der Arbeit im Kirchenkreis informieren. Gemeinsam wurden darüber hinaus wichtige strukturelle Entscheidungen in verschiedenen Themenfeldern getroffen.

In seinem Ephoralbericht verwies Superintendent Thomas Kersten auf zurückgehende Mitgliederzahlen in der Landeskirche und nahm dabei auch dezidiert zur aktuellen Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung Stellung. Insgesamt lasse die Kirchenbindung und die Religiosität deutlich nach.  Der Kirchenkreis Rhauderfehn zählt aktuell 36721 Kirchenmitglieder in 20 Gemeinden und hat von Juni 2022 bis Juni 2023 insgesamt 546 Mitglieder verloren.

Die festzustellende Entwicklung des Rückgangs von Mitgliedern in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers wirkt sich auch direkt auf die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kirche aus.  In den kommenden Jahren wird es deshalb auch zu einer Veränderung in den Zuweisungen und bei der Ausstattung mit Pfarrstellen kommen. Ebenso wird sich die Frage stellen, wieviel Gebäude für die inhaltliche Arbeit tatsächlich gebraucht werden und wie diese unterhalten oder aber auch mit anderen Kooperationspartnern genutzt werden können.

Erfreut zeigt sich der Superintendent darüber, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Vakanzen in den Gemeinden Bunde/Weener und Flachsmeer beendet werden konnten: Pastor Bernd Passarge und Pastorin Uta Dittmar  übernehmen zeitnah die vakanten Pfarrstellen. Lediglich die Kirchengemeinde in Firrel ist durch den Weggang von Pastor Christophe Costi zum 1.12.2023 vakant geworden. 

Als sehr positiv hob Superintendent Kersten Erfahrungen mit Gottesdiensten an anderen Orten hervor. So waren die Taufgottesdienste z.B. am Hahnentanger See, dem Badesee Großsander oder der Schöpfungsgottesdienst im Wald am Gut Stikelkamp gut besuchte Gottesdienste, die zur Nachahmung empfohlen werden. Er freue sich, „…wenn zu einem Dorfjubiläum in Kooperation mit dem Heimatverein etwas Gemeinsames organisiert wird. Erst beten dann feten und wir als Kirche mittendrin! Geistliches und Weltliches in einem guten Miteinander und Beieinander.“

Die Visitationen in den Gemeinden Posthausen, Remels und Filsum beschrieb Thomas Kersten als „unendlich wertvoll, bereichernd und prägend“. Sein kurzes Resumee: „Unsere Gemeinden sind aktiv, beschreiten manch neue Wege, sind gut vernetzt und gehören für viele Menschen immer noch dazu. Die Arbeit der Hauptamtlichen wird geschätzt und Ehrenamtliche sind überwiegend gerne für ihre Gemeinde unterwegs.“

Personelle Veränderungen gab es in diesem Jahr auch im Kirchenkreisjugenddienst. Mit dem neuen Regionaldiakon Niklas Sonneberg, Manfred Dieken als Kreisjugendwart und der Diakonin Anja Refke, die weiterhin verlässlich und kompetent die Arbeit mit Kindern voranbringt, hat sich ein Dreierteam als Kreisjugenddienst gebildet, das neue Impulse in der Jugendarbeit setzen und die Konfirmandenarbeit mit regionalen Angeboten bereichern wird.

Erste Konfirmandentage in Remels und Rhauderfehn haben Lust auf mehr gemacht.

Die konkrete Umsetzung eines Klimaschutzgesetz, das die Landeskirche zu Jahresbeginn beschließen wird, wird für viele Gemeinden erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringen. Wie diese Mammutaufgabe  gestemmt werden kann, ist derzeit noch völlig unklar. 

Diakonie und Altenseelsorge sind für den Kirchenkreis weiterhin großartige Unterstützer in der Begleitung derer, die häufig am Rand stehen oder durch Krankheit und Alter außen vor sind. Dr. Klaus Bajohr-Mau und Diakonin Carmen Collmann leisten hier eine konzeptionelle Arbeit, die beispielgebend für moderne Altenseelsorge in der gesamten Landeskirche ist. 

Das Diakonische Werk unter Leitung von Helmut Hartema steht auf dem Gebiet der Sozial- und Schuldnerberatung für hervorragende Arbeit. Die Beratungsangebote des DW (unter anderem auch Schwangerenberatung und Migrationsberatung) werden verlässlich vorgehalten. Hier stellt sich Kirche an die Seite der Bedürftigen und kommt ihrem diakonischen Auftrag ganz konkret und nahe bei den Menschen nach.

Das Thema der Erstellung eines Schutzkonzeptes zu „Sexualisierter Gewalt“, das gerade durch den Rücktritt der EKD Vorsitzenden Annette Kurschus noch einmal besonders in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt ist, beschäftigt den Kirchenkreis schon länger. Eine Schulung aller Hauptamtlichen ist bereits erfolgt und die Schulung der Ehrenamtlichen, gerade aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit erfolgt zeitnah. Bis Ende 2024 wird jede Gemeinde im Kirchenkreis Rhauderfehn ein entsprechendes Schutzkonzept vorweisen können und daran mitarbeiten, dass kirchliche Räume sicher und Menschen bestmöglich geschützt sind. 

Weiterhin wies der Superintendent auf die Kirchenvorstandswahlen am 10.März des kommenden Jahres hin. Es ist gelungen, in allen Gemeinden genügend Kandidierende für diese verantwortungsvolle Tätigkeit zu finden. Diese werden mit ihren Gaben und Kompetenzen dafür sorgen, dass handlungsfähige Kirchenvorstände ihre Arbeit aufnehmen und fortsetzen können. Besonders erfreulich ist es, dass auch jüngere Menschen unter 27 Jahren für Kirchenvorstände kandidieren.

Synodenbeschlüsse

Die Kirchenkreissynode war sich einig, dass das Gremium mit seinen Beschlüssen einen Versuch unternehmen sollte, dem Relevanzverlust von Kirche entgegenzuwirken und inhaltlich und strukturell zukunftsfest zu werden

Für diese Aufgaben wurde von der Synode ein Strategieausschuss gebildet, der entsprechende Beschlüsse vorbereiten soll.

Weiterhin wurde beschlossen, die Sekretariatsstunden aus Kirchenkreismitteln dort deutlich zu erhöhen, wo Kürzungen der Pfarramtsstellen erforderlich sind. So könne eine gewisse Entlastung der Pastoren von Verwaltungsaufgaben erreicht werden. 

Perspektivisch solle auch über eine stärkere Regionalisierung der Kirchenbüros nachgedacht werden.