Foto: fentjer
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50 Jahre im Dienst: Bernhard Berends feiert Ordinationsjubiläum in Langholt

Nachricht 11. August 2026

Langholt, 9. August 2026 – Ein halbes Jahrhundert im kirchlichen Dienst: Pastor Bernhard Berends hat am Sonntag, 9. August, sein 50-jähriges Ordinationsjubiläum mit einem festlichen Gottesdienst in der Trinitatis-Kirche in Langholt gefeiert.  Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus verschiedenen Lebensabschnitten waren gekommen, um gemeinsam mit ihm auf fünf Jahrzehnte zurückzublicken und für die erfahrene Gemeinschaft zu danken.

Musikalisch eröffnet wurde der Gottesdienst mit einem Orgelvorspiel von den beiden Kirchenmusikerinnen Elisabeth Geppert und Renate Mainusch, dem „Halleluja“ von Georg Friedrich Händel. Pastorin Martina Neubarth begrüßte die Gemeinde und die zahlreichen Gäste. Sie bezeichnete den Gottesdienst als einen besonderen Tag des Wiedersehens – verbunden mit der augenzwinkernden Frage: „Bist du es?“

Unter den Gästen war auch die 97-jährige Frieda Maas aus Burlage, die als älteste Teilnehmerin des Gottesdienstes besonders herzlich begrüßt wurde.

Wegbegleiter erzählen, was sie in der Kirchengemeinde Langholt von Gott empfangen haben

Bernhard Berends hatte bewusst zahlreiche Menschen eingeladen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. Vier seiner ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden in Langholt, die jetzt hauptamtlich im kirchlichen Dienst tätig sind – Heinke Willms, Harald Möhle, Martina Wittke und Gerd Voss – bat er, über eine besondere Frage nachzudenken:

„Was habe ich in der Kirchengemeinde Langholt Gutes von Gott empfangen?“

Die persönlichen Antworten machten deutlich, wie nachhaltig die Zeit in Langholt ihr Leben geprägt hat. Zwischen den Wortbeiträgen erklangen Gemeindelieder und solistisch vorgetragene plattdeutsche Lieder von Sabine Santjer. Die beiden Kirchenmusikerinnen konnten einen Chor für den Gottesdienst zusammenstellen, der durch zwei Lieder zum Gottesdienstprogramm beitrug.

Heinke Willms, Pastorin in Altenstadt, berichtete von drei Dingen, die sie aus Langholt mitgenommen habe. Als Jugendliche habe sie dort gelernt, über ihren Glauben zu sprechen – und erfahren, dass es auch auf sie selbst ankomme. Zugleich habe sie erlebt, wie wichtig Gemeinschaft für den Glauben sei: Gemeinschaft sei Geschenk und Herausforderung zugleich. Und schließlich sei da die Musik gewesen. In Langholt habe sie zum ersten Mal im Chor gesungen und einen Gitarrenkurs besucht. „Die Musik hat mich nicht wieder losgelassen“, blickte sie dankbar zurück.

Harald Möhle, aus Klostermoor stammend, heute Pastor im Rhumetal (zwischen Göttingen und dem Harz), erinnerte sich an seine Zeit mit rund 40 Jugendlichen im Konfirmandenunterricht im Turm der Kirche. Eine besondere Aufgabe sei es gewesen, gemeinsam einen Gottesdienst zu gestalten. Dabei habe er gelernt, Vertrauen zu Gott zu haben. Gott sei schließlich zum bestimmenden Grund seines Lebens geworden. 1993 wurde Möhle selbst ordiniert. Aus Langholt habe er vor allem die Gewissheit mitgenommen: Gott bleibt ansprechbar.

Für Martina Wittke, geborene Zeusel, heute Diakonin und stellvertretende Leiterin der Telefonseelsorge in Hannover, standen weniger einzelne Ereignisse im Mittelpunkt ihrer Erinnerungen als vielmehr die Menschen. Sie erinnerte sich an Menschen, die „auf ihrer Seite“ gewesen seien, die mit ihr geschwiegen hätten und geblieben seien, auch wenn es schwierig wurde. Dankbar blickte sie darauf, dass ihr Glaube sich im Laufe des Lebens verändern durfte. Heute sei er manchmal leiser, aber immer noch da. „Und hier hat es den Anfang genommen.“

Besonders humorvoll schilderte Gerd Voss, heute Gemeinschaftspastor in Oldenburg, seinen persönlichen Weg „vom Skeptiker zum geistlichen Klugscheißer“. Die Kirche sei für ihn immer ein „Saatbettbereiter“ gewesen. Und das sei auch Bernhard Berends zu verdanken – „auch wenn du es nicht gerne hören magst!“

Voss erinnerte sich zudem daran, dass er 1980 konfirmiert worden sei. Berends habe ihm damals etwas zugetraut und ihn bereits als 15-Jährigen einen Chor leiten lassen: „Das war phänomenal.“

„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht“

In seiner Kurzpredigt nahm Bernhard Berends Bezug auf den 1. August 1976. An diesem Tag war er in Langholt ordiniert worden. Auch der Talar, den er beim Jubiläumsgottesdienst trug, ist inzwischen 50 Jahre alt – und verrichtet, wie Berends schmunzelnd feststellte, noch immer seinen Dienst.

Im Mittelpunkt stand sein Ordinationsspruch aus Römer 1,16:

„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben“

Aus diesem Bibelvers hob Berends drei Aspekte besonders hervor.

Das Evangelium sei zunächst die gute Nachricht: „Ich bin für dich da. Du kannst dich auf mich verlassen.“

Dann gehe es um die Kraft, die „Dynamis“. Diese Kraft tröste und gebe Hoffnung.

Und schließlich mache diese Kraft „selig“. Selig zu sein bedeute für Berends, dass diejenigen, die an Christus glauben, gerettet werden und in ihm einen ganzen Halt finden.

Dank und gute Wünsche zum Jubiläum

Auch der Kirchenkreis gratulierte Bernhard Berends zu seinem besonderen Jubiläum. Torben Weinz überbrachte die Grüße des Kirchenkreises und des Superintendenten in dessen Vertretung.

Der Gottesdienst machte eindrucksvoll deutlich, dass ein Ordinationsjubiläum nicht allein auf eine lange berufliche Wegstrecke zurückblickt. Es erzählt zugleich von Beziehungen, Vertrauen, Musik, Glauben und Menschen, die einander geprägt und begleitet haben.

Der Festgottesdienst in Langholt:  Ein besonderer Tag des Wiedersehens – und vor allem zu einem Tag des Dankes für 50 Jahre Dienst, Weggemeinschaft und gelebten Glauben.

Beim anschließenden Zusammensein im Gemeindehaus gab es bei Kaffee, Tee und Kuchen Gelegenheit sich auszutauschen und die gemeinsamen Langholter Jahre Revue passieren zu lassen.