Langholt. Mit einem feierlichen und zugleich bewegenden Gottesdienst verabschiedete sich Pastor Martin Sundermann am 4. Januar von der Kirchengemeinde Langholt. Es war sein letzter Gottesdienst an diesem Ort – und die große Resonanz zeigte eindrucksvoll, wie sehr er und sein Wirken in der Gemeinde geschätzt wurden.
Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zusätzliche Stuhlreihen mussten aufgestellt werden, um allen Besucherinnen und Besuchern Raum zu bieten. Festlich gestaltet wurde der Gottesdienst durch den Posaunenchor, der von der Orgelempore aus spielte. Über allem leuchtete der rund sechs Meter hohe Weihnachtsbaum mit seinen etwa 3000 LED-Kerzen und tauchte den Kirchenraum in ein warmes, stimmungsvolles Licht.
Schnee – wie vor 16 Jahren
Auf dem Weg zum Gottesdienst sei ihm, so Sundermann, die Zeile „Die Welt sieht wie verzaubert aus“ in den Sinn gekommen. Ein Gedanke, der Erinnerungen weckte: Auch vor 16 Jahren, als er seinen Dienst in Langholt begann, lag Schnee. Damals jedoch waren die Rahmenbedingungen alles andere als einladend – die Heizung war ausgefallen, die Räume leer und kalt. Die erste Reaktion seiner Töchter sei gewesen: „Hier wollen wir nicht bleiben.“ Dass die Familie schließlich doch so lange und gerne blieb, habe damals niemand ahnen können.
Musikalisch wurde der Gottesdienst außerdem vom neu gegründeten gemischten Chor gestaltet, der sich aus dem Chor „Immergrün“ und dem Chor „Feierabend“ zusammensetzt. Der Chor trug ein Weihnachtslied vor und setzte damit einen weiteren festlichen Akzent.
Die Jahreslosung – zu Gott in die Sehschule gehen
In seiner Predigt nahm Pastor Sundermann die Jahreslosung auf: „Siehe, ich mache alles neu.“ Für ihn sei dieser Vers ein Zeichen von Hoffnung und Aufbruch. Viele Dinge wirkten derzeit erschöpft, umso wichtiger sei es, auf Gott zu hören. Gott schaffe Ordnung – und diese Zusage gehe von ihm aus. Während menschlichen Versprechen oft mit Skepsis begegnet werde, könne man auf Gottes Zusage vertrauen. Die Jahreslosung stehe für Heilung, Verwandlung, Licht im Dunkeln und Ordnung im Chaos. Das Wort „siehe“ lade dazu ein, genau hinzuschauen: Neues beginne oft leise.
Manchmal, so Sundermann, fühle er sich an die Situation erinnert, wenn man eine alte Bank abschleift und sie auf ihr Ursprüngliches zurückführt. Auch im Glauben gelte es, bei Gott „in die Sehschule“ zu gehen. Die Jahreslosung sei wie ein Sonnenaufgang – behutsam, aber voller Kraft.
Gleichzeitig sei die Jahreslosung für die Kirchengemeinde Langholt ganz konkrete Realität: Es stehe Veränderung an. Gewohntes höre auf, Menschen gingen – und doch gehe vieles weiter. Manchmal tue ein Wechsel auch gut. Persönlich ergänzte Sundermann, dass er sich in Langholt ausgesprochen wohlgefühlt habe und stets das Gefühl hatte, am richtigen Platz zu sein. Auf die Frage nach der Besonderheit der Gemeinde antwortete er schlicht und liebevoll: Langholt sei „eine ganz normale Kirchengemeinde“.
Dank an die vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter
In seinem Rückblick erinnerte er unter anderem an den Brand in der Kindertagesstätte, an die Renovierung der Kirche und an die erfolgreiche Teamarbeit vor Ort. Gemeinde zu leben und gemeinsam zu gestalten sei immer ein zentraler Grundsatz gewesen. Sein Dank galt den vielen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitenden, ohne die vieles nicht möglich gewesen wäre. Ebenso dankte er den politisch Verantwortlichen, den Vereinen sowie allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen für die gute Zusammenarbeit.
Besonders bewegend war der Beitrag von Martina Lüken, Leiterin der Kindertagesstätte Klostermoor. In persönlichen Worten dankte sie Pastor Sundermann für sein großes Engagement in der Kita und für die gemeinsame Zeit. Die Kinder verabschiedeten sich singend mit dem Lied „Einfach Spitze, dass du da warst“. Auch die wöchentliche Andacht am Freitag habe intensive Beziehungen nach Klostermoor entstehen lassen – für Sundermann gehörten diese Begegnungen zu den Highlights seiner Tätigkeit.
Dank und Geschenke bei Sekt und Snacks
Im Anschluss an den Gottesdienst war die Gemeinde zu einem Umtrunk ins Gemeindehaus eingeladen. Dort bestand Gelegenheit, sich persönlich zu verabschieden und noch einmal Danke für den langen Dienst in der Kirchengemeinde zu sagen. Bernt Strenge bedankte sich im Namen des Chores besonders dafür, dass die Proben im Gemeindehaus stets unkompliziert möglich waren – und es auch in Zukunft bleiben werden.
Der Abschied von Pastor Martin Sundermann war geprägt von Dankbarkeit, Wertschätzung und vielen guten Erinnerungen – und zugleich von der Zuversicht, die in der Jahreslosung mitschwingt: Gott macht alles neu.
Offizielle Verabschiedung am kommenden Sonntag um 14 Uhr in der Hoffnungskirche
Am 11. Januar um 14 Uhr wird Pastor Martin Sundermann in der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn offiziell entpflichtet. Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst!