Völlen. Der zweite Gottesdienst der Gottesdienstreihe im Rahmen der Winterkirche in Westoverledingen führte die Besucherinnen und Besucher diesmal in die kleine Dorfkirche nach Völlen. Unter dem Motto „Zauberer“ entstand dort eine ganz besondere Atmosphäre, die viele Sinne ansprach und Jung wie Alt gleichermaßen in ihren Bann zog.
Schon zu Beginn erklang aus dem Lautsprecher die Filmmusik aus Harry Potter – ein Auftakt, der sofort spürbar machte, dass dieser Gottesdienst anders sein würde als gewohnt.
Pastor Heino Dirks begrüßte die Gemeinde zur Winterkirche in Völlen mit den Worten: „Wie zauberhaft, dass ihr alle gekommen seid.“ Er machte zugleich deutlich, dass an diesem Vormittag mehr zu erwarten sei als „Abrakadabra, Simsalabim oder Lumos“. Eingeladen hätten nicht die Ehrlich Brothers, und Gottes Liebe sei ganz sicher kein fauler Zauber.
Kurz darauf betrat der „große Zauberer Pastorelli“ die Bühne – eine Rolle, in die Pastor Heino Dirks selbst schlüpfte. Unterstützt wurde er von seiner Assistentin Leevke. Gemeinsam präsentierten sie mehrere Zauberkunststücke, die für große Freude und staunende Gesichter im Publikum sorgten. Musikalisch ergänzt wurde dieser Teil durch das Lied „Wärst du ein Zauberer“ von Herman van Veen.
In der Predigt nahm Pastor Dirks die biblische Geschichte von der Hochzeit zu Kana in den Blick und stellte überraschende Bezüge zu modernen Erzählungen her. Er verwies auf die vielen religiösen Anklänge in den Harry-Potter-Büchern, etwa auf den Kampf zwischen Gut und Böse, verkörpert durch Figuren wie Lord Voldemort. Anhand des Wunders von Kanaa – der Verwandlung von Wasser zu Wein – illustrierte er die Besonderheit Jesu. Dabei machte er deutlich, dass echter Glaube nichts mit Zauberei oder Magie zu tun habe.
Zugleich warnte der Pastor vor Auswüchsen von Zaubergläubigkeit, wie sie heute etwa im Internet zu finden sind, wo vermeintliche Zaubersprüche verkauft werden. Ein Blick in die Geschichte zeige, wie unmenschlich solcher Aberglaube sein kann – etwa in den Hexenverbrennungen des Mittelalters. Dem stellte er die positive, poetische Sicht auf Zauberei gegenüber, wie sie bei Herman van Veen anklingt: eine Welt voller Freundschaft, Sonnenschein und Hoffnung. Im christlichen Glauben gehe es letztlich auch darum, Liebe zu wagen statt Hass zu predigen – etwas, das „zauberhafter als jede Zauberei“ sei und der Welt auch angesichts aktueller politischer Entwicklungen gut zu Gesicht stände.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Sabine Betten an der Orgel. Zum Abschluss wartete noch ein besonderer „Zaubertrank“ auf die Gemeinde: Glühwein und Punsch wurden direkt im Kirchenraum ausgeschenkt, da das Gemeindehaus derzeit nicht zur Verfügung steht. So klang ein Gottesdienst aus, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte – als ein Morgen voller Staunen, Nachdenken und gelebter dörflicher Gemeinschaft.