Foto: fentjer
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"Siehe, ich mache alles neu!" Einführung von Pastorin Martina Neubarth in die Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Rhauderfehn

Nachricht 18. Mai 2026

Feierlicher Einführungsgottesdienst als Pastorin der Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Rhauderfehn in Langholt

Foto:Engel

Langholt. Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde Martina Neubarth offiziell in ihr Amt in der Dreieinigkeits-Kirchengemeinde in der Kirche in Langholt eingeführt. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Posaunenchor Langholt unter Leitung von Hinrich Hinrichs, der Chor Canamus aus Langholt unter Leitung von Christa Zishiri sowie die Kirchenkreiskantorin Heike Kiekhöfel an Orgel und Klavier sorgten für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes.

Zahlreiche Gemeindemitglieder, Familie und Freunde  sowie viele Gäste aus nah und fern waren gekommen, um den besonderen Anlass gemeinsam zu feiern.

Pastor Dreesch-Rosendahl begrüßte die Anwesenden herzlich und zeigte sich erfreut über die große Beteiligung. Besonders hob er hervor, dass viele Besucherinnen und Besucher aus Ostrhauderfehn den Weg nach Langholt gefunden hatten. Er wertete dies als ein Zeichen der besonderen Verbundenheit mit der Pastorin.

Superintendent Thomas Kersten erinnerte in seiner Ansprache daran, dass erst vor wenigen Wochen die Verabschiedung von Martina Neubarth in Ostrhauderfehn stattgefunden habe. Dort seien gleichermaßen Traurigkeit über den Abschied wie auch große Dankbarkeit für ihr Wirken spürbar gewesen.

Mit einem Augenzwinkern bemerkte Kersten, dass trotz des 80. Geburtstags von Udo Lindenberg, trotz des Entenrennens auf dem Rajen und trotz des Fehntjer Marktes so viele Menschen den Weg nach Langholt gefunden hätten. Dies wertete er als ein starkes Zeichen für die Bedeutung dieses Tages.

In seiner kurzen Ansprache betonte der Superintendent, dass Kirche vom Mitmachen lebe. Dabei erinnerte er an die Worte von Martin Luther, wonach jeder Christ in seinem Wesen auch Priester sei. Auch das gemeinsame Singen, etwa durch den Chor, sei ein wichtiger Ausdruck gelebten Glaubens.

Mit Blick auf Martina Neubarth zitierte Thomas Kersten aus deren Bewerbungsschreiben. Dort habe sie besonders hervorgehoben, dass sie gerne im Team arbeite. Gemeinsam mit den beiden weiteren Pastoren der Dreieinigkeitskirchengemeinde (Frerich Dreesch-Rosendahl und Matthias Bokelmann) werde dies sicher gute Früchte tragen. Zugleich müsse sie als Ansprechpartnerin für alle Menschen offen sein und auch die Zusammenarbeit mit anderen Konfessionen in der Ökumene pflegen.

Der Superintendent wünschte der neuen Pastorin Gottes Segen für ihren Dienst. Nachdem mehrere Mitglieder der Dienstgemeinschaft ihrer Kollegin persönliche Segensworte zugesprochen hatten, erklärte Kersten unter großem Beifall der Gemeinde:
„Wir gratulieren der Dreieinigkeitskirchengemeinde zu einer neuen Pastorin.“

Passend dazu sang anschließend der Chor „Canamus“ das Lied „Lasst uns Neues wagen – jetzt und hier“.

In ihrer Predigt griff Martina Neubarth die Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ auf und verband diese mit persönlichen und humorvollen Gedanken. Gleich zu Beginn stellte sie augenzwinkernd klar, wie beruhigend es sei, dass dies Gottes Aussage sei und nicht ihre eigene. „Stellen Sie sich kurz vor, ich würde mit strahlenden Augen verkünden: Liebe Gemeinde, ich mache hier nun alles neu“, sagte sie und sorgte damit für Schmunzeln in der Kirche.

Besonders anschaulich wurde ihre Predigt durch den Vergleich mit dem früheren „Happy Hippo“-Snack, dessen spätere Veränderung bei vielen Menschen Skepsis ausgelöst habe. Genau darin liege auch die Spannung vieler Kirchengemeinden zwischen Bewährtem und Neuem. Manche Menschen hingen an Traditionen, Liedern und vertrauten Formen, andere wiederum freuten sich über Veränderungen oder kämen ganz ohne Vergleich mit früher neu hinzu.

Martina Neubarth erinnerte daran, dass auch die Offenbarung des Johannes in einer Zeit großer Unsicherheit entstanden sei. Gottes Zusage „Ich mache alles neu“ bedeute dabei nicht, alles Alte zu verwerfen. Das griechische Wort meine vielmehr eine Verwandlung und Erneuerung des Bestehenden. „Das Gute bleibt, aber das Zerbrochene wird heil“, sagte die Pastorin.

Besonders wichtig sei ihr, die Gemeinde gemeinsam zu gestalten. Sie komme nicht, „um alles auf links zu drehen“, sondern wolle zuhören, Bewährtes wertschätzen und gemeinsam neue Wege entdecken. Kirche lebe weder allein von Veränderungen noch vom Festhalten am Alten, sondern davon, dass Christus gegenwärtig sei.

Zum Abschluss ihrer Predigt formulierte Martina Neubarth den Wunsch, dass die Menschen in der Gemeinde erfahren mögen, was Johannes in der Offenbarung beschreibt: „Gottes Wohnung bei den Menschen.“

Die Gemeinde dankte der neuen Pastorin am Ende des Gottesdienstes mit langanhaltendem Applaus.

In zahlreichen Grußworten wünschten Redner aus Ökumene, aus der Politik, den Gremien des Kirchenkreises und der vorherigen Gemeinde der neuen Pastorin in Rhauderfehn alles Gute und Gottes reichen Segen für die zukünftige Arbeit.

Der anschließende Empfang im Gemeindehaus bot Gelegenheit bei unterschiedlichen Getränken und einem reichhaltigen Büffet miteinander und mit der neuen Pastorin ins Gespräch zu kommen.