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Zwischen Angst und Vertrauen: Wo steht dein Mut?

Nachricht 18. März 2026
Foto: Neubarth

Am Dienstag, den 17. März, wurde in Völlenerkönigsfehn der zweite Gottesdienst im Rahmen der diesjährigen Bibelwoche gefeiert. Im Mittelpunkt der vierteiligen Reihe steht das Buch Ester. An jedem Abend gestalten wechselnde Predigerinnen und Prediger sowie unterschiedliche Chöre die Gottesdienste.

Am zweiten Abend wirkten der Singkreis aus der Kirchengemeinde Ostrhauderfehn sowie Superintendent i. R. Gerd Bohlen mit. In seiner Predigt betonte Bohlen, dass er in seinen rund 40 Dienstjahren noch nie über das Buch Ester gepredigt habe. Zugleich beschrieb er die Erzählung als eine Geschichte, die an ein Märchen aus „1001 Nacht“ erinnere: eine Königin von außergewöhnlicher Schönheit, ein Königshof voller Macht und Intrigen – und ein Gott, der scheinbar unsichtbar bleibt. Denn bemerkenswerterweise wird Gott im Buch Ester kein einziges Mal ausdrücklich erwähnt. Und doch, so Bohlen, sei er in allem gegenwärtig.

Zwischen Zufällen, Entscheidungen und dem Werfen des Loses („Pur“) entfaltet sich eine tiefere Botschaft: Gott hat einen Plan – für sein Volk und für jeden einzelnen Menschen. Damals stand das Volk Israel kurz vor der Vernichtung. Auch heute erleben wir weltweit Krisen und Kriege. Dennoch bleibt die Hoffnung bestehen.

Das jüdische Purimfest erinnert bis heute an diese Geschichte: an einen Mann, der das Los wirft, an die Rettung eines ganzen Volkes – und an eine Art „zweiten Geburtstag“. Im Zentrum steht dabei der Mut eines einzelnen Menschen, der aufsteht und den Lauf der Dinge verändert.

Die Botschaft des Abends bleibt aktuell: Was wäre, wenn auch unser Mut einen Unterschied macht?

Martina Neubarth