Foto: fentjer
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Mit Blaulicht und Martinshorn - Gottesdienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Steenfelde

Nachricht 28. April 2026
Foto: Luca Bluhm

Als das Martinshorn erklang, war allen klar: Jetzt geht er los, der Gottesdienst bei unserer Feuerwehr Steenfelde.

Am 26.  April nutzten rund 80 Besucher den herrlichen Sonnenschein, um am späten Nachmittag vor dem Tor des Feuerwehrhauses gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Ob mit Rollator, dem Fahrrad oder im Rollstuhl, mit oder ohne Feuerwehrlogo, als Kind, Konfirmand oder Funktionsträger: Die Gemeinschaft war so vielfältig wie Gottesdienste selten sind. Der Gitarrenchor um Leiter Michael Schaub hatte passende Lieder ausgesucht und spielte im Wechsel mit Organistin Olga Renz, die mit ihrem E-Piano im Eingang der Fahrzeughalle Platz genommen hatte. Die beiden Einsatzfahrzeuge säumten den Gottesdienstort.

Pastorin Mirjam Valerius begrüßte mit den fünf obligatorischen W-Fragen, die üblicherweise für einen Notruf abgesetzt werden. Inwiefern diese mit dem Gottesdienst zu füllen wären, möge jede und jeder im Laufe der Zeit für sich beantworten, und dankte allen Helfenden, die dieses Miteinander an diesem besonderen Ort möglich machen. Namentlich Ortsbrandmeister Marcel Fischer, der die Idee, wenige Tage vor der Maifeier der Feuerwehr Steenfelde diesen gemeinsamen „Einsatz“ zu veranstalten, gerne aufgenommen und mit geplant hatte.

Wissenswertes über St. Florian (in kath. Tradition: Schutzheiliger gegen Feuergefahr und Gedenktag am 4. Mai) verlas Marcel Fischer allen Anwesenden. Silke Kampel (Mitglied im Lesedienstteam der Kirchengemeinde Steenfelde) übernahm die Lesung des Evangeliums aus Johannes 21: Die Erscheinung Jesu am See Tiberias. Denn Wasser spielt nicht nur eine wesentliche Rolle im Dienst der Feuerwehr, sondern auch in der biblischen Geschichte am See Tiberias: Als Horizont und Hintergrund dessen, was dort während und nach den zwei Ausfahrten der Jünger zum Fischen geschah.  

Schmunzeln mussten alle Anwesenden, als Mirjam Valerius das Mikrofon aktivierte und zeitgleich der Kompressor in der Halle ansprang. Welche wunderbare Verknüpfung! 

In ihrer Predigt wies Mirjam Valerius auf diesen besonderen Ort an einer viel befahrenen Kreuzung in Steenfelde hin (was auch während des Gottesdienstes deutlich wurde, weil nicht nur Fahrräder und Autos, sondern auch Trecker und Kutschen vorbeikamen). Ein Ort, der durch die Sirenen nicht nur Aktive der Feuerwehr, sondern auch viele im Dorf aus ihrem Alltag herausruft (18 Mal im vergangenen Jahr, berichtete Marcel Fischer auf Nachfrage). Jesus, der Auferstandene, so erinnerte sie, stand damals am Ufer des Sees und wartete auf die Jünger. Hörte ihnen zu. Ermutigte und begleitete sie. Nahm an ihren Sorgen und ihren Freuden teil. Eine Gemeinschaft, die ihren Ort damals besonders werden ließ. Seelsorglich und hoffnungsvoll. Auch heute stärkt jede Gemeinschaft, sei es verbunden im Glauben, aber auch im Dorf und in der Feuerwehr. Denn sie trägt Verantwortung dafür, dass Orte in unserer Mitte besonders werden. Indem Menschen füreinander da sind und nicht einfach vorbeifahren oder abbiegen. Sondern einander zuhören und aufeinander achten. Nach Einsätzen, aber auch mitten im Alltag.

Zum Fürbittengebet traten Marcel Fischer und Mirjam Valerius noch einmal gemeinsam vor das Tor der Feuerwehrhalle und sprachen die einzelnen Gebetsabschnitte im Wechsel. Als kleinen Dank und symbolische Segenswünsche für ihre Fahrten bekam der Ortsbrandmeister für die Feuerwehr Steenfelde Schlüsselanhänger mit der Aufschrift „Gott schützt dich“ für die beiden Einsatzfahrzeuge.

Nach dem Gottesdienst wurde der Grill angeworfen: Wunderbar, denn eine leckere Bratwurst ließ den kühlen Wind, der an diesem Aprilabend doch irgendwann zu spüren war, vergessen. Ebenso wie das Sitzen im großen Feuerwehrauto für die Kleinsten. 

Viele gingen mit einem Strahlen im Gesicht nach Hause. Einige meldeten zurück, weil sie aufgrund von Arbeit oder Verabredungen verhindert waren: „Beim nächsten Mal bin ich dabei!“

In der Tat: Eine rundum gelungene Aktion… gerne wieder! Auf jeden Fall!

Pastorin Mirjam Valerius