Am vergangenen Sonntag hielt der Journalist, Theologe und Autor Andreas Malessa einen ebenso unterhaltsamen wie nachdenklichen Vortrag unter dem Titel „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“. Die Veranstaltung verband auf eindrucksvolle Weise Humor mit existenziellen Fragen des Lebens und Glaubens. Die St.-Paulus-Stiftung Filsum hatte zu diesem Vortrag in die Kirche in Filsum eingeladen. Zwischen den einzelnen Redebeiträgen erklang fetzige Klaviermusik von Kirchenkreiskantorin Heike Kieckhöfel
Im Zentrum des Abends stand die Erkenntnis, dass Humor weit mehr ist als bloße Unterhaltung. Malessa zeigte, dass Lachen gerade dort entsteht, wo Menschen mit den Widrigkeiten des Lebens konfrontiert sind – mit Sorgen, Krisen und persönlichen Brüchen. Humor sei, so seine These, kein Zeichen von Oberflächlichkeit, sondern vielmehr eine Form der Verarbeitung und Bewältigung.
Mit zahlreichen Beispielen aus Alltag, Kirche und Gesellschaft führte er vor Augen, wie eng Ernst und Komik miteinander verbunden sind. Besonders eindrücklich war seine Beobachtung, dass gerade in religiösen Kontexten oft unerwartete, manchmal sogar absurde Situationen entstehen.
Malessa griff dabei auch biblische Motive auf und verdeutlichte, dass Humor keineswegs im Widerspruch zum Glauben steht. Im Gegenteil: Schon in der Bibel finde sich eine Vielzahl humorvoller, pointierter und sogar satirischer Elemente. Diese Perspektive eröffnete dem Publikum einen neuen Zugang zu vertrauten religiösen Inhalten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags lag auf der gemeinschaftlichen Dimension des Lachens. Humor, so Malessa, entstehe nicht im Alleingang, sondern im Miteinander. Lachen verbinde Menschen, schaffe Nähe und könne sogar heilsam wirken – emotional wie sozial.
Am Ende blieb die zentrale Botschaft: Wer zuletzt lacht, lacht nicht, weil er die Probleme ignoriert – sondern weil er gelernt hat, ihnen mit einer gewissen Gelassenheit und Hoffnung zu begegnen. Das „letzte Lachen“ steht somit für eine tiefere Form von Zuversicht, die über den Moment hinausweist.
Der Vortrag hinterließ ein Publikum, das gleichermaßen zum Nachdenken angeregt wie zum Lachen gebracht wurde – und genau darin lag seine besondere Stärke.
Heike Kieckhöfel
Kirchenkreiskantorin