Bunde/Weener. Im Rahmen der Visitation in der ev.-luth. Kirchengemeinde Weener-Bunde hat am Mittwoch, 4. März, ein Treffen zwischen kirchlichen Vertretern und den Bürgermeistern der beiden Kommunen stattgefunden. Das von großer Offenheit geprägte Gespräch diente dem Austausch über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven in den Kommunen der fusionierten Kirchengemeinde.
An dem Gespräch nahmen die Bürgermeister Heiko Abbas (Weener) und Uwe Sap (Bunde) sowie Superintendent Thomas Kersten, Pastor Bernd Passarge und die Kirchenvorstandsmitglieder Ingrid Putzka und Christoph Adam teil.
In seiner Begrüßung betonte Pastor Bernd Passarge die Bedeutung solcher Begegnungen: Sie seien eine gute Möglichkeit, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam für das Gemeinwohl zu arbeiten.
Superintendent Thomas Kersten dankte den Bürgermeistern zunächst ausdrücklich dafür, sich Zeit für die Visitation zu nehmen und ordnete die derzeitige Situation der Kirche unter strukturellen, finanziellen und auf die Zukunft ausgerichteten Gesichtspunkten ein. Die evangelische Kirche müsse bis zum Jahr 2035 mit Einsparungen in Höhe von 30% auf allen Ebenen rechnen. Gleichzeitig verschärfe sich der Personalmangel: In der Landeskirche gehen etwa 100 Pastorinnen und Pastoren pro Jahr in den Ruhestand. Pastor Passarge sei einer davon. Am 31.5.2026 findet seine Verabschiedung statt. „Sicherlich ist die Ausschreibung der Pfarrstelle nun ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt für den Kirchenvorstand. Heute ist es besonders wichtig deutlich zu machen, auf welchem Weg eine Gemeinde ist und wofür sie steht und warum es attraktiv sein könnte, im Rheiderland seinen Dienst zu tun“, so der Superintendent.
Bürgermeister Uwe Sap berichtete über die Entwicklung der Gemeinde Bunde, die sich als familienfreundlicher Standort verstehe. Immer wieder würden neue Baugebiete erschlossen. Ein wichtiges Projekt sei das Familienzentrum in Bunde, das im Juli 2021 eröffnet wurde. Dort finde vielfältige Gemeinwesenarbeit statt – von Senioren- und Jugendarbeit über Migrationsberatung bis hin zu kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten. Eine Verbindung oder Kooperationen mit der Kirchengemeinde gäbe es zur Zeit nicht.
Bürgermeister Heiko Abbas betonte, dass die Kommunen in der Region unter erheblichem finanziellen Druck stünden. An mehreren Stellen „bluten wir aus“, machte Abbas deutlich. Umso erfreulicher sei der Bau einer Feuerwehrzentrale. Ein besonderes Projekt ist der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in Kirchborgum, welches gemeinsam mit der reformierten Kirche umgesetzt werden solle.
Superintendent Kersten unterstrich, wie wichtig der kontinuierliche Austausch zwischen Kirche und Politik sei. Gerade im Hinblick auf die zukünftige Nutzung von Gebäuden wäre genau zu prüfen, ob es Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung gibt oder ob Strukturen entwickelt werden können, die den Sozialraum bereichern oder fördern könnten. Pastor Passarge hob zudem die Bedeutung der Ökumene hervor: Reformierte, Lutheraner und Baptisten müssten künftig noch enger zusammenarbeiten.
Die Bürgermeister Sap und Abbas betonten die Bedeutung von Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Relevanz der Kirchengemeinden. Gerade in dörflichen Strukturen und kleineren Sozialräumen könne Kirche Menschen oft direkter erreichen als in größeren Städten. Gleichzeitig stellten die Bürgermeister aber auch fest, dass kirchliche Strukturen deutlich über den Bedarfen einer Kirchengemeinde liegen. Beide signalisierten Gesprächsbereitschaft über die Entwicklung ihrer Kommunen mit der Kirchengemeinde im Gespräch bleiben zu wollen.