Eine Woche lang war im Kirchenkreis Rhauderfehn ordentlich was los – zumindest akustisch. Zur einer Bläserwoche trafen sich die Posaunenchöre des Kirchenkreises, um gemeinsam zu musizieren, Neues auszuprobieren und vor allem: miteinander zu spielen.
Jeden Abend kamen die Bläserinnen und Bläser aus den Gemeinden: Amdorf, Backemoor, Collinghorst, Detern, Firrel, Filsum, Holterfehn, Langholt, Remels, Steenfelde, Völlenerfehn, und Westrhauderfehn zur gemeinsamen Probe zusammen. Was im einzelnen Posaunenchor längst vertraut ist, klingt in einer großen Runde plötzlich ganz anders. Mehr Instrumente, mehr Stimmen, mehr Klang – und natürlich auch mehr Stellen, an denen man sich gegenseitig zuhören muss.
Auf dem Programm standen Stücke aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen. Dabei wurde nicht nur fleißig an den Noten gearbeitet. Eine Bläserwoche lebt schließlich auch von Begegnungen, Gesprächen und dem Gefühl, dass man gemeinsam etwas auf die Beine stellt.
Mit jedem Probenabend wuchs der Klang – und gleichzeitig die Vorfreude auf den Abschlussgottesdienst. Aus vielen einzelnen Posaunenchören wurde ein großes Ensemble. Die Stimmen fügten sich immer besser zusammen, die Stücke wurden sicherer und langsam entstand das, worauf es bei einer solchen Woche ankommt: ein gemeinsamer Klang.
Den Abschluss bildete schließlich der Gottesdienst in der Hoffnungskirche, in dem die einstudierten Werke zur Aufführung kamen. Der große Bläserchor unter Leitung von Landesposaunenwart HAyo Bunger füllte den Kirchenraum mit einem kraftvollen und zugleich differenzierten Klang. Superintendent Thomas Kersten hat gepredigt und würdigte die Posaunenchorarbeit im Kirchenkreis. Dabei wurde einmal mehr deutlich, was Posaunenchorarbeit ausmacht: Musik ist hier nicht nur Selbstzweck. Sie verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft und gehört mitten hinein in den Gottesdienst. Viele einzelne Musikerinnen und Musiker werden zu einem Ensemble – jede und jeder mit der eigenen Stimme, aber alle mit dem gleichen Ziel. Vielleicht ist das überhaupt das schönste Ergebnis: Am Ende klingt ein Posaunenchor nicht deshalb gut, weil alle dasselbe spielen, sondern weil viele unterschiedliche Stimmen gemeinsam Musik machen.
Heike Kieckhöfel
Kirchenkreiskantorin