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Die Soeste in Barßel – Jordan Holiday@pixabay

Festlicher Gottesdienst zur Fusion der ev.-luth. Kirchengemeinden Weener und Bunde

Nachricht 19. Januar 2026
Fusion erfolgreich beendet Foto: Engel

Weener-Bunde. Mit einem festlichen Gottesdienst in der Erlöserkirche in Weener wurde die Fusion der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Bunde und Weener offiziell vollzogen. Zahlreiche Gemeindemitglieder, Gäste und Verantwortliche nahmen an diesem besonderen Festakt teil, welcher den Abschluss eines rund zweijährigen Vorbereitungsprozesses und eines Neuanfangs markierte.

An dem Gottesdienst wirkten Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer aus dem Sprengel Ostfriesland-Ems, Superintendent Thomas Kersten, Pfarrer Bernd Passarge sowie der neue Kirchenvorstand der fusionierten Gemeinde mit. Die musikalische Gestaltung übernahm Francien Janse-Balzer an der Orgel. Als Ehrengäste waren außerdem Uwe Sap, Bürgermeister der Gemeinde Bunde, und Heiko Abbas, Bürgermeister der Stadt Weener, anwesend.

Der Zusammenschluss der beiden Gemeinden ist das Ergebnis intensiver Gespräche und sorgfältiger Planung. Bereits seit 2021 bestand eine pfarramtliche Verbindung, zudem gab es schon zuvor vielfältige Kooperationen. Die Fusion erfolgte mit der gemeinsamen Einsicht in die Notwendigkeit von schlankeren Verwaltungsstrukturen, einem zielgerichteteren Einsatz schwindender Finanzmittel sowie einer Ausschreibung der Pfarrstelle noch in diesem Jahr. Historisch betrachtet knüpft sie an frühere Zeiten an: Bereits von den 1950er-Jahren bis 1969 waren Bunde und Weener schon einmal zu einer Gemeinde vereint. Am Donnerstag vor dem Gottesdienst hatte die konstituierende Sitzung des neuen Kirchenvorstandes stattgefunden.

Der Gottesdienst stand bewusst unter einem festlichen Vorzeichen. Mit dem Lied „Unser Leben sei ein Fest“ wurde deutlich gemacht: Dieser Tag sollte kein Anlass zur Verzagtheit sein, sondern ein Grund zur Freude. Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer predigte zum Evangelium des Sonntags – der Hochzeit zu Kana. In ihrer Predigt nahm sie die Fusion in den Blick und sprach von einer „merkwürdigen mathematischen Formel“: 1 + 1 = 1. Was wie ein Rechenwunder erscheine, sei hier Realität geworden. Damit dies gelingen könne, brauche es Strukturen, Engagement – und Vertrauen. In der Nähe Jesu, so Schiermeyer, könne Wasser nach Wein schmecken. Die beiden Gemeinden hätten sich „ehrlich gemacht“, Mühen auf sich genommen und dabei neue Kräfte entdeckt. Die Herausforderungen blieben, doch der Boden für Wunder sei bereitet. „Rechnen Sie mit schönen Tagen und wundern Sie sich“, gab sie der neuen Gemeinde mit auf den Weg.

Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die Ehrung von Johannes Willms, der nach über 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen von seinen Ämtern zurücktrat. Superintendent Thomas Kersten würdigte sein langjähriges Engagement und sprach die Losung des Tages auf Plattdeutsch – eine besondere Anerkennung, da Johannes Willms gemeinsam mit seiner Frau über viele Jahre hinweg die Losungen in plattdeutscher Sprache mit herausgegeben hatte.

Für sein herausragendes ehrenamtliches Wirken überreichte Thomas Kersten Johannes Willms das silberne Facettenkreuz der Landeskirche Hannovers, die höchste Auszeichnung für Ehrenamtliche in der Landeskirche. In seiner Laudatio betonte Kersten, Willms habe Zeit, Herz und Humor geschenkt und Gnade nicht nur theologisch, sondern auch durch ein Lächeln im Gottesdienst erfahrbar gemacht. Drei Dinge hob er besonders hervor: die Freude von Johannes Willms an Andachten und sprachlichen Bildern, sein engagiertes Wirken im ostfriesischen Diakonieverband mit klarer Haltung und Nähe zu den Menschen sowie seine Zuversicht und Hoffnung. Eine frühere Aussage von Willms – „Innerhalb eines Jahres haben wir einen neuen Pastor“ – habe sich im Nachhinein als prophetisch erwiesen. Auch seine tiefe Glaubenszuversicht zeigte sich in einem Gespräch vor einer Operation, als er dem Ärzteteam sagte: „Der beste Arzt steht hier mit am Tisch: Jesus Christus.“

Pastor Bernd Passarge dankte Johannes Willms in sehr persönlichen Worten für dessen aufopferungsvolle Tätigkeit. Besonders bewegt zeigte er sich von der Haltung des Geehrten: „Als Bruder möchte ich dir Danke sagen. Mich hat stets beeindruckt, wie du dich bei der Begrüßung immer tief vor mir verbeugt hast. Das möchte ich nun zurückgeben“, sagte Passarge und verbeugte sich seinerseits vor Johannes Willms.

Bevor schließlich alle Beteiligten die Fusionsurkunde unterzeichneten, sprach Pfarrer Passarge nochmals seinen Dank aus: an Superintendent Thomas Kersten, Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer und dem Kirchenamt für die intensive Begleitung des Fusionsprozesses sowie an die beiden Vorsitzenden des Kirchenvorstandes,Christoph Adam und Ingrid Putzar, für ihr großes Engagement.

Im Anschluss fanden sich viele Gottesdienstbesucher noch im Gemeindehaus ein, um die nun beginnende neue Gemeindeepoche bei Tee und Kuchen und einem intensiven Gedankenaustausch gebührend zu feiern.

Mit diesem Gottesdienst begann nun offiziell der gemeinsame Weg der fusionierten Kirchengemeinde Bunde-Weener – getragen von Dankbarkeit, Zuversicht und dem Vertrauen, dass aus Wasser Wein werden kann.