Kalenderblatt vom 26. Mai 2019

Losung

Das ist mir lieb, dass der HERR meine Stimme und mein Flehen hört.

Psalm 116,1

Lehrtext

Wenn du betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

Matthäus 6,6

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 26. Mai 2019 bis Samstag, 01. Juni 2019

Wochenspruch

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)

Feiertag

Rogate (5. Sonntag nach Ostern)

Erklärung

Der Name dieses Sonntags rührt von den Bittumgängen her, die in vergangener Zeit (und manchenorts noch heute) auf den Feldern für eine gute Ernte vollzogen wurden. Diese Bittumgänge begannen am Sonntag Rogate (= Betet!) und wurden in der damit beginnenden Woche fortgeführt.
Der Sonntag Rogate wird in der evangelischen Kirche als Missionssonntag begangen. Mit ihm beginnt die „Missionsopferwoche“.
Der Sonntag Rogate ist der Betsonntag. Dieses Thema wird in den Perikopen vielfach beleuchtet. Auch dieses Thema ist eine Antwort auf das Ostergeschehen: Die Gemeinde ist nun frei durch Jesus Christus, Gott direkt zu bitten, ohne jeglichen Mittler, wie es zuvor notwendig gewesen war. 

Quelle: © Martin Senftleben www.daskirchenjahr.de

Thema

Die betende Gemeinde

Joh 16,23b–28(29–32)33

23 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben.

24 Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei.

25 Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater.

26 An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde;

27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin.

28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

33 Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

 

Andacht der Woche

Gott bleibt auf Empfang

Viel mehr als früher sind Menschen miteinander verbunden. Können jeden erreichen, zu jeder Zeit. Entfernung ist total egal. Die Kinder im Ausland, die Nachbarn im Haus: wenn ich das mag, dann kann ich permanent auf Empfang sein. „Fernanwesenheit“ oder „Telepräsenz“, das sind schöne Begriffe dafür. Jemand ist weit weg und trotzdem sehr nah. Ich kann mit ihm reden, kann Bilder schicken oder skypen. Neulich sah ich in der Stadt eine Frau, die sich per Videoanruf in der Gebärdensprache mit ihrem gehörlosen Gegenüber ausgetauscht hat. Was für ein großartiger Fortschritt, wunderbar!

Wie bleiben wir in Kontakt, wenn wir doch räumlich getrennt sind? Die Frage ist alt. Aber die Standards unserer Kommunikation sind in den letzten Jahren gestiegen. Noch in den 90er Jahren war es normal, dass Menschen, die auf weiten Reisen waren, sich tage- oder wochenlang nicht gemeldet haben. Da kam mit Glück vielleicht irgendwann mal ein Brief. Heute haben viele von uns den Anspruch, jederzeit erreichbar zu sein, und sich sofort, oder zumindest nach wenigen Stunden wieder bemerkbar zu machen, und sei es nur für die banale Meldung: ich bin jetzt da, und alles ist gut.

 Wie bleiben wir in Kontakt? Diese Frage beschäftigt auch die frühen Christinnen und Christen. Das Auferstehungsfest, der Ostermorgen, liegt heute fünf Wochen zurück. Am Donnerstag feiern wir Himmelfahrt. In der Apostelgeschichte wird erzählt, dass Jesus sich den Jüngerinnen und Jüngern noch 40 Tage nach Ostern gezeigt hat, bevor er dann hinweggenommen wird und in den Himmel zurückkehrt. In dieser Zeit, so heißt es da, „zeigte er sich …durch viele Beweise als der Lebendige und … redete mit ihnen vom Reich Gottes.“ Natürlich hatte Jesu Anwesenheit nach Ostern eine neue, veränderte Qualität. Sein Leidensweg, das Kreuz von Golgatha, das alles war ja passiert. Der Auferstandene war der Gekreuzigte, doch seine Art, mit den Seinen in Verbindung zu sein, wurde neu definiert. Das Johannesevangelium trägt in besonderer Weise dazu bei: nur bei Johannes finden wir die Abschiedsreden, mit den Jesus die Gemeinde nicht nur auf das Ende einstimmt, sondern auch auf die Zeit, die dann kommt. Auf das Danach, in dem sich unsere Kirche bis heute befindet. Christus ist körperlich fern und dennoch weiter präsent, mal deutlich und mal weniger spürbar.

Jesus kommt vom Vater und kehrt wieder zurück. Johannes zeichnet diesen Weg wie eine Parabel. Von ganz oben bis nach ganz unten ist dieser Jesus gegangen: Das Wort wurde Fleisch und wohnte mitten unter uns. Der Tod am Kreuz markiert den Tiefpunkt seines Wegs. Den Tiefpunkt – aber nicht das Ende. Denn es geht ja wieder hinauf. Der Auferstandene kehrt zurück zu seinem Vater, und wir, die wir auf Erden sind, bleiben weiter mit Christus verbunden. Und das zeigt sich im Beten. Im Gebet pflegen wir die Beziehung zu Gott. Jesus macht klar: was wir von Gott erbitten in seinem Namen, das wird er uns geben. Sein Weg nach unten und zurück hat auch für uns den Weg zu Gott gebahnt.

 Wie also bleiben wir in Kontakt? Wir bitten und beten durch Jesus zu Gott. Der ist weit weg und doch gut zu erreichen, denn er ist telepräsent: Fernanwesend in unseren Gedanken, in unseren Herzen und Sinnen. Jesus ist der Mittler zwischen Gott und Menschen. Und es ist paradox: je stärker dieser Jesus sich physisch entfernt, desto deutlicher scheint zu werden, wer er für uns ist. Erst nach Ostern zeigt sich das volle Ausmaß seines Weges. Und mit der Rückkehr zum Vater verlässt er uns nicht. Er bleibt Mittelsmann, Fürsprecher, mehr noch: er schickt uns den Tröster, den Heiligen Geist. Wir bleiben miteinander in Kontakt.

Und auf einmal ist es so, als hättest du das Handy in der Tasche und der Akku wäre niemals leer. Betet, Rogate, so heißt es am heutigen Sonntag. Sei klug und nutze diesen kurzen Draht. Vielleicht brauchst du ihn dauernd. Vielleicht brauchst du ihn selten. Die Leitung ist jederzeit frei, und auch für Netzabdeckung ist gesorgt. Gott bleibt auf Empfang.

 Amen. 

Pastorin Karoline Läger-Reinbold

Liturgische Farbe

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Weiß als ungebrochenes Licht, als Vereinigung aller Farben, als Farbe von Reinheit und Unschuld bestimmt die Christusfeste (Ostern, Weihnachten) und die Sonntage des Göttlichen Gegenwart (Epiphanias, Trinitatis)

Bild: Klaus Brinkmann

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.:Liturgisches Kompendium

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autorin: Susanne Richter

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Morgenandacht

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Ich werde nicht sterben! Diese Einsicht verändert alles. Die Morgenandacht von Sören Callsen.

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Wochenspüche in Gebärdensprache

Wochenlied

Vater unser im Himmelreich (EG 344) und Unser Vater (fT 165)