Jugendliche aus Rhauderfehn mit Andachtspreis der Landeskirche Hannovers ausgezeichnet

Nachricht 15. März 2019

Regionalbischof Klahr gratuliert

öso. Loccum/Rhauderfehn. Zum zweiten Mal wurde im Kloster Loccum der Jugendandachtspreis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers verliehen. Das Thema, ein Bibelvers, war zuvor über eine Abstimmung bei Instagram ermittelt worden: „Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3,17). Den mit 1.000 Euro dotierten ersten Platz belegte Philo Hirte (17) aus Hannover. Mit einem Sonderpreis in der Kategorie „Idee und Inszenierung“ würdigte die Jury die Andacht von Hilke Ewen (16) aus Rhauderfehn. Der Preis ist mit 100 Euro prämiert.

Hilke Ewen beschreibt, wie sie an das Thema herangegangen ist: „Nachdem ich von einer Lehrerin auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht wurde, habe ich mich zunächst mit dem Begriff Freiheit auseinandergesetzt. Was bedeutet Freiheit eigentlich für mich, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Gefangene oder Flüchtende und nicht zuletzt im theologischen Sinne?“

Auf die Frage, ob Andachten für Jugendliche überhaupt noch wichtig und zeitgemäß seien, antwortete Hilke Ewen: „Ich finde schon, dass Andachten auch für Jugendliche wichtig sind. Vor allem, wenn man, so wie bei diesem Wettbewerb, die Chance hat, selbst zu entscheiden, welche Aspekte wie in der Andacht vorkommen sollen. Auch kann die Andacht in Form von Liedern oder verschiedenen Umsetzungen moderner und auf die Interessen der Jugendlichen abgestimmt werden.“

Rund 300 Gäste waren zu dem Festakt in das mehr als 850 Jahre alte Gotteshaus gekommen. Der musikalische Stargast des Abends, Philipp Poisel („Wo fängt dein Himmel an?“), spielte exklusiv für die Preisträgerinnen und Preisträger und ihre Angehörigen.

Für den Wettbewerbsorganisator und den für den theologischen Nachwuchs zuständigen Kirchenrat, Pastor Mathis Burfien, ist der Andachtspreis ein wichtiger Teil der theologischen Nachwuchsförderung. Die Gewinnerin von 2016, Julia Schönbeck, studiert inzwischen Theologie. Waren es seinerzeit bei der Premiere noch 26 eingereichte Arbeiten, so hat sich die Zahl nun fast vervierfacht: Insgesamt 94 Andachten hat die Jury gesichtet. „Ich möchte gerne jungen Menschen Mut machen und sie darin unterstützen, eine eigene Sprache für ihren Glauben zu entwickeln“, sagt Pastor Burfien.

Laut Jury-Mitglied Jochen Arnold, Direktor des Hildesheimer Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik, zeigt die hohe Beteiligung, „dass wir mit dem Freiheitsbegriff offenbar einen Nerv getroffen haben – auch all jener, die auf der Suche sind“. Zugleich scheine die kirchliche Jugendarbeit „frommer“ zu werden; aktuelle Jugendstudien sprächen von einer „Generation Worship“. Junge Leute wollten die befreiende Botschaft der Bibel erfahren und teilen. „Damit öffnen sie auch für uns als Kirche neue Horizonte. Was sie sagen, ist relevant und glaubwürdig“, betonte Arnold.