Von Vinaya Kapuram bis nach G.K. Padu Teil 2

Nachricht 29. Januar 2019

Die zweite Fahrt des Tages geht nach Serapaka, zu unserem zweiten Hostel. Unterwegs im Tempo Traveller habe ich das eine oder andere spannende Gespräch mit N. Daniel, der direkt neben mir sitzt. Ich frage ihn nach dem Verhältnis zwischen Stammesleuten und Dallits – und danach, ob es jetzt noch Heilungen in der Kirche gibt.

Das Miteinander von Stammesleuten (Ureinwohnern) und Dallits (Kastenlosen) war zu Beginn der Kirche kein Problem.  Man kam zwar aus zwei verschiedenen Gruppen, aber das wurde eigentlich nicht thematisiert. Die Freude darüber, eine eigene Kirche aufzubauen, überwog alles andere.  Nach der Teilung der Kirche 2003 war das auch unter Esther Rani und unter Pastor Amos als Präsidenten kein Problem. Erst das Duo Johnkanth und Saibabu, die beide Dallits waren, hätten ab 2011 (als Johnkanth zum Präsidenten gewählt wurde) durch ein paar unweise Entscheidungen bewirkt, dass das Thema in der Kirche Probleme machte. Unter Präsident K. Daniel sei das Problem wieder zurückgegangen. Da die Regierung vorgegeben hat, dass bei Umsiedlungen aufgrund des Polaveram-Dammes die Stammesleute innerhalb ihres „Reservates“, die Dallits aber außerhalb des Stammesgebietes ausgesiedelt werden, wird noch einmal der Unterschied zwischen den beiden Gruppen von Regierungsseite sehr hervorgehoben. Das bedauern alle unsere Gesprächspartner.

Heilungen geschehen weiterhin in der Kirche – allerdings mehr in Gemeinden von Tribals ganz auf dem Lande, die sehr von Heilungen geprägt sind (z.B. Latschi Gudem). In den Gemeinden, in denen es mehr Dallits gibt, und in den Gemeinden, die stadtnäher sind, spielen sie nicht mehr eine so große Rolle. Die jungen, „modernen“ Pastoren bringen Bildung in die Kirche, bauen Gruppen und Kreise auf (Jugend, Frauen etc.). Die Anziehungskraft der Kirche beruht in diesen Gemeinden auf der Gemeinschaft untereinander, nicht so sehr auf Heilungen. Die Tendenz aus Äthiopien, dass nach einer Gründungszeit mit vielen Heilungen eine Zeit folgt, in der die Heilungen ganz aufhören, konnte N.Daniel so nicht bestätigen.

Henning Behrends