Abschied von der GSELC ; Reise nach Haiderabad

Nachricht 31. Januar 2019

Morgens geht es  schon um 6:15 Uhr los mit dem Bus. Wir werden noch von Präsident K. Daniel mit einem Gebet verabschiedet und schütteln wieder etliche Hände. Nun folgt eine lange Busfahrt – sieben Stunden sind wir unterwegs, bis wir Haiderabad erreichen, eine der Mega-Städte Indiens.

Um 15.00 Uhr haben wir eine Verabredung mit Pastor Dr. John Prabhakar, der seit Juni 2018 das Theologische Seminar in Haiderabad führt. Das Seminar heißt Andhra Christian Theological College (ACTC) und beherbergt derzeit knapp 300 Studenten, wobei in allen Ausbildungsgängen zusammengenommen etwa 1000 Studenten vom ACTC begleitet werden. Dr. John stellt uns das Seminar vor, das seit 1974 existiert:

  • Es ist evangelisch-ökumenisch und wird von Baptisten, Lutheranern  und der unierten CSI getragen.
  • Es ist regional, denn es werden im Wesentlichen Studenten aus Andhra Pradesh und Telangana ausgebildet – daher ist die Unterrichtssprache Telugu.
  • Die Studenten bezahlen ihr eigenes Studium, da die Kirchen u.a. nicht genügend Geld haben, um das Studium ihrer Studenten zu bezahlen.
  • Es ist ein Seminar für Kastenlose. 80% der Christen in Indien sind Dallits (Kastenlose). Und am ACTC sind fast 100% der Studenten Dallits. Nur ab und an sind auch Stammesleute unter den Studenten.
  • „Wir bilden gute Pastoren aus – nicht Leute, die darauf schielen, Bischof oder Generalsekretär zu werden. Und wer sich in Indien entschließt, Pastor zu werden, der braucht eine starke Berufung – denn Pastor sein bedeutet, sich für lebenslange Armut zu entschließen. Auch im Alter sind die Pastoren arm."

Wie sieht Dr. John die Situation der Christen?

  • „Ausländer dürfen in Indien nicht mehr predigen.“ Das sollten wir ganz wach hören.
  • Dr. John bitte um Gebet und Mithilfe beim Bau des neuen Männerwohnheims für die Studenten. Das bisherige war für 100 Studenten gebaut worden – und jetzt wohnen dreimal so viele darin. In vielen Räumen übernachten sieben oder acht Theologiestudenten. Viele schlafen auf den Fluren. 

Henning Behrends