In Vinaya Kapuram

Nachricht 28. Januar 2019

Wir schlafen in der Kirche. Es regnet die ganze Nacht hindurch – ein Regen zur Unzeit, der Tabak und Chilli schädigt. Außerdem wird es für diese Jahreszeit ungewöhnlich kühl – wir packen unsere Pullover und Jacken wieder aus und brauchen sie bis zum Ende der Reise immer wieder. Morgens hält Holger Rieken wieder eine Morgenandacht.

Ich unterhalte mich mit N. Daniel und frage ihn wie er Christ geworden ist:

  • Seine Mutter war todkrank und es war eigentlich klar, dass sie die Krankheit nicht überleben würde. Dann kam der Evangelist Prabhudas ins Haus und betet für sie. „Wenn du glaubst, wirst du gesund!“ Immer wieder betet er für sie – und nach einem Monat ist sie gesund! Fortan wurde sie eine starke Christin, die einzige im Dorf, die manchen Anfeindungen ausgesetzt war. Ihr Mann hat sich ihrem Glaubensschritt nicht angeschlossen. Als diese Heilung geschah, war N. Daniel in der 2. Schulklasse. 
  • Langsam wuchs N. Daniel in die Gemeinde hinein, arbeitete im Kindergottes-dienst mit. Als er mit der 10. Klasse fertig war, schickte ihn Paul Raj auf eine Bibelschule in Hajderabad (Unterrichtssprache Telugu). Dort hatte er einen Professor des ACTC als Tutor / persönlichen Berater, der ihn in wichtigen Lebensformen beraten hat.
  • Mit 17 hat N. Daniel geheiratet und wird nach Absolvieren der Bibelschule Pastor einer Gemeinde.

Um 11.00 Uhr beginn der General Body, die Jahressynode der Kirche (Annual Convention) in Vinaya Kapuram in der Kirche. Überraschend für mich ist die große Zahl der weiblichen Delegierten. Alle Berichte werden mündlich gehalten,  in der Telugu-Sprache. Nur der Ablauf der Versammlung wird uns schriftlich bekannt gegeben. Zwischendurch wird immer wieder ein Lied gesungen – und es wird auch immer wieder gelacht. Die Stimmung ist gelöst. Einmal tanzen sogar ein paar junge Frauen zu einem geistlichen Lied.

  • Zunächst berichten einzelne aus den zehn Kirchspielen (Parishes) der GSELC, wie es geistlich bei ihnen zugeht.
  • Breiteren Raum nimmt das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in der Kirche ein (gender balance). Es wird festgestellt, dass zwar 70% der Gemeindemitglieder Frauen sind, dass aber die Frauen nur selten Rederecht in den Gemeinden erhalten.
  • Die Pastorenfrauen sind die Schlüsselfiguren der Frauenarbeit. Aber ihre Männer erzählen ihnen oft nicht, was auf den oberen Ebenen der Kirche gedacht bzw. entschieden wird. Auf diese Weise erfahren die Frauenkreise z.B., was in der Kirche „dran“ ist und gedacht wird.

Dann halte ich eine 30minütige Einheit zum Thema „finanzielle Selbständigkeit der Kirche“ (self reliance), mit der Kollekte und dem Klingelbeutel im Gottesdienst, mit Erstlingen und Erstgeburt, sowie dem Zehnten aus dem Alten Testament.

Ute Penzel hält noch ein Grußwort, in dem sie anregt, eine „Zukunftswerkstatt“ ins Leben zu rufen, in der verschiedene Delegierte der Kirche zusammen mit der UELCI und mit Ausländern überlegen, wie es mit der Kirche weitergehen soll.

Henning Behrends