Blockseminar in Nes Ammim

Nachricht 25. Oktober 2018

Zusammen mit den diesjährigen Student*innen von ‚Studium-in-Israel‘ haben wir Kontaktpfarrer*innen (wir sind hier zu viert) unter der Leitung von Studienleiterin Dr. Melanie Mordhorst-Mayer uns auf den Weg in den Norden Israels nach Nes Ammim zum systematisch-theologischen Blockseminar gemacht.

In der wunderschönen Umgebung dieser christlichen bzw. interreligiösen Begegnungsstätte (eines der ersten Kibbuze in Israel) beschäftigten wir uns unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Martin Hailer aus Heidelberg mit der Frage von Prädestination und Erwählung.
Gemeinsam erarbeiteten wir uns exemplarisch die grundlegenden Texte aus knapp 2000 Jahren. Mich bewegte dabei, dass die grundlegenden Fragen von Menschen sich anscheinend wenig verändern: Wie kann ich eine gute Gottesbeziehung aufbauen und gestalten? Woher weiß ich, dass Gottes Liebe auch mir gilt, genau wie meinen Nachbarn? Wie gehe ich damit um, wenn Gott mir fern und unverständlich erscheint?

Zuletzt haben wir diese Fragen aus christlicher Perspektive auf unser Verhältnis zum Judentum gelenkt haben: Was heißt es, wenn wir bekennen, dass der Vater Jesu Christi auch der Gott der Erzeltern ist; der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs,  Sarahs, Rebekkas, Leas und Rahels?
Was heißt es, wenn Gottes Erwählung zwei Religionen – Judentum und Christentum – gilt? Schließlich lesen, beten und bedenken wir dieselben Texte der Heiligen Schrift im Gottesdienst.

Ein jüdischer Theologe, Franz Rosenzweig, hat dazu ein Bild gebraucht: den Davidsstern! Er meinte: Vielleicht müssen wir es uns so vorstellen: Die Mitte, das Zentrum, steht für das Judentum; die Strahlen für das Christentum. Beide sind miteinander verbunden, beide bringen Wärme und Licht für die Welt.

(Text überwiegend von der Kollegin Johanna Schröder; bei diesem Seminar war ich auch dabei.)

Shalom - L'Shana Haba'ah B'Yerushalayim ( לשנה הבאה בירושלים ) – Nächstes Jahr in Jerusalem.

Euer Gerd Bohlen